Kultur

Die Pfahlbautenreste am Ruschweiler See sind nicht mehr zu finden. Aber man kann sich gut vorstellen, wie es dort einmal ausgesehen und wie die Leute dort gelebt haben: Dazu brauchen Sie nur das Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen am Bodensee zu besuchen (29 km von Ruschweiler entfernt). Das macht auch den Kindern Spaß, die hier viel mitmachen und selbst erfahren können.

Ähnlich und doch ganz anders ist das Federsee-Museum in Bad Buchau (Entfernung von Ruschweiler: 37 km). Dort gibt es neben einem modernen Museumsbau ein Museumsdorf, das sich zu einem Zentrum experimenteller Archäologie entwickelt hat, einen archäologischen Lehrpfad, und nicht zuletzt den wunderbaren Steg hinaus in den See. Lange geht es zwischen Schilfrispen entlang, bis Sie endlich das Wasser erreichen und  in die Weite schauen können. Ein Erlebnis auch klanglicher Art: Die Schritte der Besucher auf dem Steg, die Vogelstimmen, schwappendes Wasser. Besonders schön ist es an trüben Wochentagen, wenn nicht so viele Leute unterwegs sind.

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Ein Sprung durch die Zeit, und wir erreichen das Zwanzigste Jahrhundert und mit ihm das Zeppelin-Museum in Friedrichshafen (34 Kilometer von Ruschweiler entfernt). Im ehemaligen Hafenbahnhof, einem typischen Bau der Dreißiger Jahre und als solchem bereits bemerkenswert, wurde ein kleiner Teil des Zeppelins „Hindenburg“ nachgebaut. Man bekommt einen Eindruck davon, wie riesig dieses Luftschiff gewesen sein muss (das 1937 bei der Landung in Lakehearst bei New York in Brand geriet, nachdem es bereits 63 Fahrten zwischen Europa und dem amerikanischen Kontinent absolviert hatte).
Fotos aus der Pionierzeit der Zeppeline zeigen außerdem, was für ein Riesenprojekt die Umsetzung dieser Luft-Schiff-Idee war. Wie viele Menschen allein an wie vielen damals noch per Fußrad betriebenen Nähmaschinen damit beschäftigt waren, die Außenhülle für so ein Ding zu nähen. Wie schwierig es war, einen Zeppelin in die zugehörige, ebenfalls riesige Halle zu manövrieren, ohne dass dabei die empfindliche Außenhaut zerstört wurde.
Ausstellungen über moderne Kunst und Fotografie bilden inzwischen einen zweiten Schwerpunkt dieses Museum.

Eher auf der Erde blieben und bleiben die Menschen, die mit Wohnwagen und Wohnmobil in die Ferne reisen. Dafür haben sie aber auch einiges an Hausstand dabei. Im Erwin-Hymer-Museum können Sie sehen, was und wie so alles in einer Kiste auf vier Rädern untergebracht werden kann (Entfernung von Ruschweiler über Altshausen 40 km).

Falls Sie unserem Tipp gefolgt und mit dem Boot nach Bregenz gefahren sind – jedes andere Verkehrsmittel ist natürlich auch in Ordnung – legen wir Ihnen dort gleich zwei wunderbare Museen ans Herz, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft befinden: Das Kunsthaus Bregenz und das Vorarlbergmuseum. Architekt des Kunsthauses ist der Schweizer Architekt Peter Zumthor.

Das Jüdische Museum und das Städtchen Hohenems sind auf jeden Fall einen Ausflug wert (Entfernung von Ruschweiler: 90 km). Das Museum ist in einer 1864 erbauten Villa untergebracht; hier ist die Geschichte der Jüdischen Gemeinde Hohenems über drei Jahrhunderte dokumentiert. In der Villa selbst bzw. im Garten gibt es ein nettes Café mit Kuchen und Bagels, in der Nähe kann man – an sonnigen Tagen – sich am Emsbach entspannen und die schöne Gestaltung seiner Erweiterung innerhalb des Stadtgebietes bewundern. Oder man kann die 45 Minuten Fußweg hinauf zur Ruine wagen. Runter geht es dann sicherlich schneller.
Anfahrt am besten über Ravensburg – Autobahnauffahrt Wangen-West – Bregenz. Wenn Sie den innerstädtischen alltäglichen Stau im Bregenzer Stadtgebiet meiden möchten, können Sie sich für 8,30 Euro eine zehn Tage gültige Vignette für die Österreichischen Autobahnen kaufen, mit der Sie dann den Pfändertunnel benutzen dürfen.

Falls Sie schon einmal in Richtung Vorarlberg unterwegs sind: Besuchenswert ist das Angelika-Kaufmann-Museum in Schwarzenbach – nicht nur wegen der berühmten Malerin, sondern auch wegen der fantastischen Art, wie hier alte und neue Architektur zusammengefügt wurden.

In Pfullendorf (Entfernung von Ruschweiler 10 km) befinden sich nicht nur mehrere große Supermärkte und damit die Möglichkeit, sich umfassend zu versorgen, sondern auch eines der ältesten Wohnhäuser Süddeutschlands: Das Alte Haus wurde 1317 als Wohnturm für eine kleinadelige Familie gebaut. Für Besucher geöffnet ist es Mittwoch und Samstag nachmittags oder nach Vereinbahrung. Sie könne es auch im Rahmein einer Stadtführung besichtigen. Informationen dazu erhalten Sie bei der Tourist-Information Pfullendorf, Telefon 07552 251131.

Die Architektur-Interessierten unter Ihnen sollten sich bei einem Ausflug nach Ravensburg  das Kunstmuseum anschauen. Es wurde von dem Stuttgarter Architekturbüro Lederer + Ragnarsdóttir + Oei entworfen und passt sich gut in die Struktur der Altstadt ein. Vielleicht haben Sie Glück, und sie erwischen eine der seltenen Architekturführungen durch das Gebäude – oder Sie genießen auf eigene Faust das Zusammenspiel zwischen Architektur und Kunst.

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Besonders aufregend wird es, wenn im Februar oder März die Schwäbisch-Alemannische Fastnacht tobt. Dann kann man in den Orten der Umgebung Gestalten ganz besonderer Art beobachten: Die Illmenseer Wasserspucker und Seeteufel, die Ruschweiler Waldhexen und andere wilde Gestalten.